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Handwerk
Inhouseads Redaktion
Aktualisiert am
18. Oktober 2026
·
ca. 8 Min.
Lesezeit

✦ KURZANTWORT
Elektrobetriebe suchen Fachkräfte in einem der engsten Arbeitsmärkte des Handwerks. Dieser Ratgeber zeigt, welche Profile infrage kommen, was Elektrikerinnen und Elektriker bei einem Wechsel abwägen, über welche Wege Sie sie erreichen und wie ein schneller Bewerbungsprozess aussieht.
Dieser Beitrag richtet sich an Inhaber und Führungskräfte von Elektrobetrieben: klassische Elektroinstallation, Betriebe mit Schwerpunkt auf der AC-Seite von Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und Gebäudetechnik. Die Suche nach Dach-, PV- und SHK-Monteuren behandelt der Ratgeber PV- und SHK-Monteure finden. Dort finden Sie auch die Grundlagen zum Onboarding in der Kolonne, die hier nicht wiederholt werden.
Die Lage am Arbeitsmarkt für Elektrofachkräfte
Wer einen Elektroniker sucht, konkurriert mit vielen anderen Arbeitgebern. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft bezeichnet die Bauelektrik in seiner Auswertung „Fachkräftesicherung im Handwerk“ (KOFA Kompakt 7/2026, Stand Juni 2026) als den Handwerksberuf mit der größten Fachkräftelücke. Rechnerisch konnten dort im Jahr 2025 mehr als sieben von zehn offenen Stellen nicht besetzt werden. Das KOFA nennt die Bauelektrik zugleich einen Schlüsselberuf der Energiewende, weil Elektrofachkräfte für Installation, Anschluss und Betrieb vieler klimafreundlicher Technologien gebraucht werden.
Zur Bauelektrik zählt das Datenportal des Bundesinstituts für Berufsbildung unter anderem den Ausbildungsberuf Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im Handwerk. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit stellt in ihrem Bericht „Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk“ (Stand August 2026) fest, dass es seit Jahren einen bundesweiten Fachkräftemangel unter anderem in der Energietechnik, der Mechatronik und der Elektronik gibt. Gemeldete Stellen in Handwerksberufen blieben laut BA im Jahr 2025 durchschnittlich 242 Tage unbesetzt, über alle Berufe hinweg waren es 167 Tage.
Es gibt auch eine gute Nachricht: Laut KOFA verzeichnet die Ausbildung in der Bauelektrik seit Jahren steigende Bewerberzahlen und mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Den wachsenden Bedarf deckt das nach Einschätzung des KOFA aber nicht. Für Ihren Betrieb heißt das: Ausbildung lohnt sich als langfristiger Weg, wie der Ratgeber Azubis finden im Handwerk zeigt. Kurzfristig müssen Sie erfahrene Fachkräfte überzeugen, die bereits eine Stelle haben, und Quereinsteiger gezielt aufbauen.
Welche Profile Elektrobetriebe suchen
„Elektriker (m/w/d) gesucht“ beschreibt noch keine Stelle. Ein Betrieb, der Wallboxen und PV-Anschlüsse montiert, braucht andere Leute als ein Betrieb mit Schwerpunkt Gebäudeautomation. Klären Sie vor jeder Ausschreibung, welche Aufgaben die neue Person in den ersten sechs Monaten übernimmt und mit wem sie zusammenarbeitet.
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
Das ist der klassische Ausbildungsberuf im Elektrohandwerk. Gesellen dieser Fachrichtung installieren Energieversorgung, Verteilungen und Beleuchtung, prüfen Anlagen und arbeiten zunehmend mit Gebäudesystemtechnik. Viele haben bereits Zählerschränke umgebaut, Wallboxen angeschlossen oder Wechselrichter in Betrieb genommen. Fragen Sie im Gespräch gezielt nach solchen Tätigkeiten statt pauschal nach Berufserfahrung.
Elektrofachkraft: eine Qualifikation, kein Ausbildungsberuf
Der Begriff Elektrofachkraft stammt aus der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3. Dort gilt als Elektrofachkraft, wer aufgrund fachlicher Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann. Die Durchführungsanweisungen nennen als Regelfall einen Abschluss etwa als Elektrogeselle, Elektromeister oder Elektrotechniker. Daneben beschreiben sie die gesonderte Qualifikation „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“. In einer Anzeige spricht „Elektrofachkraft“ auch Bewerber mit anderem Abschluss an, etwa Elektroniker für Betriebstechnik aus der Industrie. Für welche Arbeiten Sie eine Person einsetzen, entscheiden Sie im Einzelfall, bei Unklarheiten nach Rücksprache mit Ihrer Berufsgenossenschaft.
Quereinsteiger mit EuP-Weiterbildung
Die elektrotechnisch unterwiesene Person, kurz EuP, ist ebenfalls kein Beruf. DGUV Vorschrift 3 sieht vor, dass elektrische Anlagen nur von einer Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instand gehalten werden. Zur Leitung und Aufsicht zählt dort ausdrücklich das Unterrichten elektrotechnisch unterwiesener Personen. Für Quereinsteiger aus Metallberufen, Montage oder Industrie kann eine EuP-Weiterbildung deshalb ein Einstieg sein, um das Team bei vorbereitenden und unterstützenden Arbeiten zu entlasten. Welche Tätigkeiten im Einzelnen infrage kommen, klären Sie mit Ihrer verantwortlichen Elektrofachkraft und Ihrer Berufsgenossenschaft. Zu Wegen bis zum Berufsabschluss und möglicher Förderung beraten Handwerkskammer und Agentur für Arbeit nach den jeweils aktuellen Bedingungen.
Was Elektriker interessiert und wo Sie sie erreichen
Die folgende Tabelle ist eine qualitative Orientierung aus typischen Fragen in Bewerbungsgesprächen, keine Statistik. Sie hilft, Anzeigentexte und Kanäle für jedes Profil getrennt zu planen.
Profil | Was diese Person interessiert | Wo Sie sie erreichen |
|---|---|---|
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik mit Berufserfahrung | Planbare Arbeitszeiten, abwechslungsreiche Projekte, aktuelle Mess- und Prüftechnik, Bezahlung und Zuschläge, Weg zur Bauleitung oder zum Meister | Social Recruiting im Umkreis des Betriebs, Empfehlungen aus dem Team, Karriereseite mit echten Projekten |
Elektrofachkraft mit Erfahrung in PV und Speichern | Klare Zuständigkeit für AC-Anschluss und Inbetriebnahme, saubere Übergabe vom Dachteam, Herstellerschulungen | Anzeigen mit Bildern aus Technikraum und Zählerschrank, persönliche Ansprache über Kontakte im Team |
Elektrofachkraft für Ladeinfrastruktur | Neue Technik, Projekte für Gewerbekunden, Mitsprache bei Planung und Materialauswahl | Social Recruiting mit Technikthemen, Karriereseite mit Projektbeispielen |
Fachkraft für Gebäudetechnik und Gebäudesystemintegration | Programmierung und Inbetriebnahme, weniger körperliche Belastung, gezielte Weiterbildung | Anzeigen mit Nennung konkreter Systeme, berufliche Netzwerke, Karriereseite |
Elektroniker aus der Industrie | Vergleichbare Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten, strukturierte Einarbeitung in die Installationstechnik | Social Recruiting mit klarer Aussage zur Einarbeitung, Empfehlungen |
Quereinsteiger mit EuP-Perspektive | Einstieg ohne passenden Abschluss, Pate im Team, Weiterbildung, sicherer Arbeitsplatz | Social Recruiting mit niedriger Hürde, Empfehlungen, Agentur für Arbeit |
Ansprache: drei Wege, die zusammenwirken
Die meisten erfahrenen Elektriker haben eine Stelle und lesen keine Jobportale. Sie erreichen sie über Wege, die zu ihnen kommen, und überzeugen sie mit Angaben, die ein Wechsel tatsächlich verlangt. Einen Überblick über weitere Kanäle gibt der Ratgeber Mitarbeiter finden im Handwerk.
Social Recruiting
Anzeigen auf Facebook und Instagram erreichen Fachkräfte im Umkreis Ihres Betriebs, während sie nicht aktiv suchen. Wirksam sind Einstiege, die eine konkrete Situation aufgreifen: der Zählerschrank vor und nach dem Umbau, die Inbetriebnahme einer Ladesäule, der Blick auf eine Gebäudesteuerung. Dahinter folgen die harten Fakten: Einsatzgebiet, Arbeitszeiten, Fahrzeug, Werkzeug, Bezahlung. Wie eine vollständige Anzeige mit diesen Angaben aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Stellenanzeige im Handwerk schreiben.
Mitarbeiter werben Mitarbeiter
Ihr Team kennt Elektriker aus Berufsschule, Verein und früheren Betrieben. Ein Empfehlungsprogramm macht daraus einen planbaren Kanal, wenn die Regeln klar sind:
Eine Prämie, die für alle sichtbar festgelegt ist und nicht verhandelt wird
Auszahlung in Stufen, zum Beispiel ein Teil nach Arbeitsbeginn und ein Teil nach der Probezeit
Rückmeldung an die empfehlende Person innerhalb weniger Tage, auch bei einer Absage
Freiwilligkeit: Niemand wird gedrängt, Bekannte anzusprechen
Steuerliche und arbeitsrechtliche Behandlung der Prämie vorab mit Ihrer Beratung klären
Karriereseite
Alle Wege führen am Ende auf eine Seite, auf der sich Interessierte ein Bild machen. Eine Karriereseite für einen Elektrobetrieb sollte die Arbeitsfelder einzeln zeigen, etwa Installation, PV-Anschluss, Ladeinfrastruktur und Gebäudetechnik. Dazu gehören Fotos von echten Kollegen, Fahrzeugen und Baustellen, Angaben zu Arbeitszeiten und Weiterbildung sowie eine Ansprechperson mit Telefonnummer. Geeignetes Bildmaterial entsteht gebündelt an einem Content Day mit Foto- und Videoaufnahmen im Betrieb.
Der Bewerbungsprozess: schnell und fachlich auf Augenhöhe
Eine Fachkraft, die sich bewirbt, prüft parallel, wie der Betrieb arbeitet. Ein langsamer oder unklarer Ablauf wirkt wie eine Vorschau auf den Arbeitsalltag. Ein einfacher Ablauf in sechs Schritten:
Kurzbewerbung mit wenigen Auswahlfragen: Abschluss oder Erfahrung, Schwerpunkte, Führerschein, Wohnort, frühester Starttermin.
Rückruf möglichst am selben oder nächsten Werktag durch eine Person, die fachlich mitreden kann.
Kennenlernen mit Meister oder Projektleitung in der Werkstatt oder auf der Baustelle, als Fachgespräch statt als Prüfungssituation.
Optional ein Probearbeitstag mit klarer Aufgabe und festem Ansprechpartner.
Nachweise und Einsatzbereich offen klären: Zeugnisse, Schulungsnachweise und für welche Tätigkeiten die Person eingesetzt wird.
Schriftliches Angebot innerhalb weniger Tage, damit kein anderer Arbeitgeber schneller ist.
Beispielrechnung: wie viele Bewerbungen für eine Einstellung?
Die folgende Rechnung arbeitet mit angenommenen, runden Werten und ist keine Marktangabe. Angenommen, eine Kampagnenphase bringt 30 Kurzbewerbungen. Davon erreichen Sie 20 telefonisch, 10 passen fachlich und kommen zum Gespräch, 4 machen einen Probetag, und 1 bis 2 nehmen ein Angebot an. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein und prüfen Sie, an welcher Stelle die meisten Interessierten verloren gehen. Liegt der größte Verlust zwischen Bewerbung und Rückruf, liegt das Problem im Prozess und nicht im Kanal.
Bindung: Elektriker halten, die Sie gewonnen haben
Gute Elektriker werden auch nach dem Wechsel weiter angesprochen, von Wettbewerbern, Industrie und Netzbetreibern. Das KOFA weist in der genannten Auswertung darauf hin, dass die Weiterbildung von Mitarbeitenden zur Mitarbeiterbindung beiträgt. Für Elektrobetriebe bieten sich dafür mehrere Hebel an:
Weiterbildung mit Plan: Herstellerschulungen zu Wechselrichtern, Speichern, Ladeinfrastruktur oder Gebäudesystemtechnik, auf Wunsch der Weg zur Meisterschule
Werkzeug und Messtechnik: aktuelles Prüfgerät, Akku-Werkzeug und digitale Dokumentation statt Zettelwirtschaft
Verantwortung: eigene Projekte, Inbetriebnahmen, Kundenkontakt und die Betreuung von Auszubildenden
Planbarkeit: Wochenplanung im Voraus und eine faire Verteilung von Bereitschaft und Notdienst
Regelmäßige Gespräche: Was läuft gut, was fehlt, wie entwickeln sich Aufgaben und Bezahlung?
Wer seine Elektriker hält, muss seltener neu suchen. Zufriedene Kollegen sind außerdem die glaubwürdigsten Fürsprecher, wenn Sie das nächste Mal eine Stelle besetzen.
Fazit
Elektrofachkräfte sind laut KOFA und BA bundesweit knapp, und Elektrobetriebe konkurrieren mit Industrie und anderen Gewerken. Ihre Chancen steigen, wenn Sie jedes Profil getrennt beschreiben, Begriffe wie Elektrofachkraft und EuP korrekt verwenden, Fachkräfte über Social Recruiting, Empfehlungen und eine echte Karriereseite ansprechen und die Bewerbung in wenigen Tagen abschließen. Bindung durch Weiterbildung und Verantwortung sichert, was Sie gewonnen haben. Wenn Sie Social Recruiting als Baustein prüfen möchten, finden Sie das Vorgehen auf der Seite Recruiting für Handwerks-, PV- und SHK-Betriebe.
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Oft ja. Industrie-Elektroniker bringen solide Grundlagen mit, kennen aber die Installationspraxis im Gebäude und die Abläufe mit Kunden häufig weniger. Wer eine strukturierte Einarbeitung anbietet und offen über Arbeitszeiten und Bezahlung spricht, kann für diese Gruppe interessant sein, besonders wenn Schichtarbeit wegfällt.
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Eine elektrotechnisch unterwiesene Person arbeitet nach Unterweisung unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft. Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ist laut den Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 eine eigene Qualifikation mit Ausbildung in Theorie und Praxis für vom Unternehmer beschriebene, gleichartige Arbeiten. Details klären Sie mit Ihrer Berufsgenossenschaft.
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Eine feste Regel gibt es nicht. Die Prämie sollte spürbar sein, im Verhältnis zu den Kosten einer längeren Vakanz stehen und für alle gleich gelten. Wichtiger als die Höhe sind klare Bedingungen, eine schnelle Rückmeldung an den Empfehlenden und eine Auszahlung, die an den Verbleib im Betrieb gekoppelt ist.
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Das hängt vom Profil ab. Ein Geselle aus einem anderen Installationsbetrieb muss vor allem Ihre Abläufe, Materialien und Dokumentation kennenlernen. Wechsler aus der Industrie brauchen mehr Zeit für die Installationspraxis, Quereinsteiger deutlich länger. Ein Plan mit festen Gesprächen nach einigen Wochen macht Fortschritte sichtbar.
Inhouseads Redaktion
Die Redaktion schreibt aus der täglichen Arbeit an Kampagnen, Landingpages, Recruiting und Content für Photovoltaik-, Wärmepumpen- und Handwerksbetriebe in Deutschland. Jeder Artikel wird von den Spezialisten des jeweiligen Bausteins fachlich geprüft.


