Anfragen & Anzeigen
Handwerk
Inhouseads Redaktion
Aktualisiert am
17. Oktober 2026
·
ca. 7 Min.
Lesezeit

✦ KURZANTWORT
Facebook-Werbung lohnt sich für Handwerksbetriebe vor allem dann, wenn Sie Bedarf wecken möchten, bevor jemand aktiv nach einem Fachbetrieb sucht, etwa bei Badsanierung, Dach, Fenstern oder Innenausbau. Wählen Sie das Kampagnenziel Leads, beschränken Sie die Ausspielung auf Ihr Einzugsgebiet, zeigen Sie echte Aufnahmen aus dem Betrieb und rufen Sie jede Anfrage zügig zurück.
Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch eine Meta-Kampagne für Kundenanfragen: von der Frage, ob der Kanal zu Ihrem Angebot passt, über Zielgruppe, Creatives und Kontaktweg bis zur Budget-Rechnung. Gemeint sind immer Facebook und Instagram, denn beide werden über den Werbeanzeigenmanager von Meta gesteuert.
Wann Facebook-Werbung zum Handwerk passt
Google Ads erreichen Menschen, die bereits suchen. Facebook und Instagram erreichen Menschen, die gerade durch ihren Feed scrollen und vielleicht seit Monaten überlegen, ihr Bad zu erneuern, aber noch keinen Betrieb angefragt haben. Meta-Werbung weckt also Bedarf oder macht einen vorhandenen Wunsch konkret. Das verändert die Erwartung: Ein Kontakt aus dem Feed ist meist früher in der Entscheidung als ein Kontakt aus der Suche und braucht mehr Beratung.
Situation | Eher Meta Ads | Eher Google Ads |
|---|---|---|
Planbares Projekt mit langer Überlegungsphase (Bad, Dach, Fassade) | Ja, Bedarf lässt sich mit Bildern und Abläufen wecken | Ergänzend für Menschen, die bereits vergleichen |
Akuter Schaden oder Notdienst | Kaum, niemand wartet im Feed auf einen Rohrbruch | Ja, hier zählt die Suche im Moment des Problems |
Neue Leistung, die kaum jemand kennt | Ja, weil Sie das Angebot erst erklären müssen | Wenig Suchvolumen zu erwarten |
Sichtbares Ergebnis (Vorher/Nachher, Montage) | Ja, Video zeigt die Arbeit | Text-Anzeigen können das kaum zeigen |
Viele Betriebe nutzen beide Kanäle nebeneinander. Wie Suchanzeigen funktionieren und was sie kosten, erklärt unsere Seite zu Google Ads für Fachbetriebe.
Kampagne einrichten: Ziel und Region
Das richtige Kampagnenziel
Im Werbeanzeigenmanager legen Sie zuerst ein Kampagnenziel fest, zum Beispiel Bekanntheit, Traffic, Interaktion, Leads oder Umsatz. Meta optimiert die Auslieferung auf genau das Ereignis, das Sie wählen. Wer Traffic wählt, bekommt Menschen, die gern klicken, aber nicht unbedingt Menschen, die eine Anfrage stellen. Für Kundenanfragen ist deshalb das Ziel Leads der übliche Ausgangspunkt.
Innerhalb des Ziels Leads entscheiden Sie, wo die Anfrage entsteht: in einem Formular direkt auf Facebook oder Instagram (Sofortformular) oder auf Ihrer Website. Für Website-Anfragen muss die Conversion technisch erfasst werden, etwa über das Meta-Pixel oder die Conversions API. Klären Sie dabei auch die datenschutzrechtliche Einwilligung mit Ihrer Website-Betreuung.
Zielgruppe und Region
Die wichtigste Einstellung ist die Region. Legen Sie das Gebiet fest, in dem Sie tatsächlich arbeiten möchten, und nicht das größtmögliche. Ein Radius um den Firmensitz ist ein einfacher Start; Orte, die Sie nicht anfahren, sollten nicht enthalten sein. Bei Alter und Interessen ist weniger oft mehr: Meta erweitert Zielgruppen je nach Einstellung ohnehin automatisch. Die eigentliche Auswahl trifft deshalb Ihre Anzeige, also wen sie anspricht und wen sie bewusst nicht anspricht.
Sonderkategorien: Stellen und Finanzierung
Für bestimmte Themen gelten bei Meta Einschränkungen. Laut der öffentlich einsehbaren Entwicklerdokumentation von Meta zu speziellen Anzeigenkategorien (Stand Oktober 2026) müssen Werbetreibende, die in Europa Anzeigen zu Finanzprodukten und -dienstleistungen (etwa Kredit, Finanzierung, Ratenkauf), Beschäftigung oder Wohnraum ausspielen, diese Kategorie angeben. Dann ist unter anderem keine Auswahl nach Geschlecht möglich, das Alter ist weitgehend festgelegt, Lookalike Audiences entfallen und um ausgewählte Orte gilt in Europa ein Mindestradius von 15 Kilometern.
Für Handwerker ist das vor allem bei zwei Anzeigentypen relevant: Stellenanzeigen für Monteure oder Auszubildende und Anzeigen, die eine Finanzierung oder Ratenzahlung bewerben. Eine normale Anzeige für eine Badsanierung fällt nach unserem Verständnis nicht darunter. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Richtlinien von Meta, bevor Sie die Kampagne anlegen.
Creatives: Video aus dem eigenen Betrieb
Im Feed konkurriert Ihre Anzeige mit privaten Beiträgen und Unterhaltung. Hochglanzbilder aus Bilddatenbanken wirken dort schnell austauschbar. Echte Aufnahmen heben sich davon ab: Ihr Team auf der Baustelle, ein Projekt vom Ausgangszustand bis zur Übergabe, der Inhaber, der eine häufige Kundenfrage beantwortet. Das Hochformat passt zu Reels und Stories, Untertitel helfen allen, die ohne Ton schauen.
Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand stehen bleibt. Welche Einstiege für Handwerksbetriebe geeignet sind, zeigt der Beitrag zu Hooks in Werbeanzeigen. Für den Dreh selbst genügt oft ein gut vorbereiteter Tag; wie das abläuft, beschreibt die Seite zum Content Day für Handwerksbetriebe. Als Grundausstattung eignen sich zum Beispiel diese Motive:
Ablauf-Video: Was passiert nach einer Anfrage? Rückruf, Termin vor Ort, Angebot, Ausführung.
Projekt-Video: Ein echtes Projekt in drei bis fünf Szenen, mit Einverständnis der Kunden.
Frage-Video: Inhaber oder Meister beantworten eine Frage, die in Gesprächen oft gestellt wird.
Team-Video: Die Menschen, die beim Kunden klingeln. Das schafft Vertrauen vor dem ersten Kontakt.
Holen Sie für alle Aufnahmen die Einwilligung der gezeigten Mitarbeitenden und Kunden ein und versprechen Sie im Text nichts, was Sie nicht einhalten können, etwa feste Preise oder Termine.
Lead-Formular oder Landingpage?
Das Sofortformular öffnet sich direkt in der App und ist teilweise schon mit Profildaten ausgefüllt. Die Landingpage ist eine eigene Seite auf Ihrer Website. Beide Wege haben klare Stärken und Schwächen:
Kriterium | Sofortformular (Meta) | Landingpage |
|---|---|---|
Aufwand für Interessenten | Gering, wenige Taps ohne Seitenwechsel | Höher, Seite muss laden und überzeugen |
Anzahl der Kontakte | Meist mehr | Meist weniger |
Verbindlichkeit | Geringer, manche erinnern sich beim Rückruf kaum an die Anfrage | Höher, wer die Seite liest, beschäftigt sich mit dem Angebot |
Platz für Informationen | Begrenzt auf kurze Texte und Fragen | Ablauf, Referenzen, Team, FAQ |
Technik und Messung | Einfach, kein Pixel auf der Website nötig | Pixel oder Conversions API und Einwilligung nötig |
Nutzen über die Kampagne hinaus | Kein eigener Inhalt | Seite kann für weitere Kanäle genutzt werden |
Wer beim Sofortformular unverbindliche Kontakte reduzieren möchte, kann laut Meta-Dokumentation zu Lead Ads eine Variante für höhere Kaufabsicht wählen. Sie fügt einen Schritt ein, in dem die Person ihre Angaben vor dem Absenden noch einmal prüft und bestätigt. Zusätzlich lassen sich eigene Fragen mit Antwortoptionen einbauen, etwa zu Projektart oder Zeitraum.
Budget-Logik mit Beispielrechnung
Planen Sie das Budget rückwärts: Wie viele zusätzliche Aufträge kann Ihr Betrieb pro Monat übernehmen, und wie viele Anfragen braucht es dafür? Die folgende Rechnung ist eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten. Sie ist keine Prognose und kein Branchenwert. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein.
Ziel: 4 zusätzliche Aufträge für Badsanierungen pro Monat.
Angenommene Abschlussquote: 30 Prozent der Vor-Ort-Termine werden zum Auftrag. Benötigt: rund 14 Termine.
Angenommene Terminquote: 50 Prozent der passenden Anfragen führen zu einem Termin. Benötigt: 28 passende Anfragen.
Angenommener Anteil passender Kontakte: 40 Prozent aller Formular-Kontakte passen nach dem Rückruf. Benötigt: 70 Kontakte.
Angenommene Kosten pro Kontakt: 40 Euro. Ergebnis: rund 2.800 Euro Werbebudget pro Monat, also etwa 700 Euro Werbekosten pro Auftrag.
Ob 700 Euro pro Auftrag tragbar sind, entscheidet der Deckungsbeitrag eines Auftrags, nicht der Umsatz. Hinzu kommen Kosten für Videoproduktion, Betreuung und die Zeit für Rückrufe. Die Rechnung zeigt außerdem, wo die Hebel liegen: Steigt der Anteil passender Kontakte durch bessere Anzeigen und Formularfragen, sinkt das nötige Budget deutlich.
Messen und Nachfassen
Eine Anfrage aus dem Feed kühlt schnell ab. Rufen Sie möglichst am selben Tag zurück und planen Sie mehrere Versuche zu verschiedenen Uhrzeiten ein. Kontakte aus Sofortformularen landen zunächst bei Meta; über eine Anbindung an Ihr CRM oder Ihre E-Mail stehen sie sofort im Vertrieb zur Verfügung. Halten Sie für jeden Kontakt den Status fest: erreicht, passend, Termin vereinbart, Angebot, Auftrag.
Erst diese Statuswerte zeigen, welche Anzeige wirklich Aufträge bringt. Wie ein strukturierter Rückruf mit festen Kriterien aussieht, beschreibt der Beitrag zur telefonischen Vorqualifizierung. Meta bietet zudem Schnittstellen an, um spätere Statuswerte zurückzumelden, damit die Auslieferung sich an passenden Kontakten statt an bloßen Formularen orientieren kann.
Typische Fehler und Checkliste
Häufige Fehler
Kampagnenziel Traffic oder Interaktion wählen und dann Anfragen erwarten.
Einzugsgebiet zu groß einstellen, um mehr Reichweite zu bekommen.
Fremde Stockfotos statt eigener Aufnahmen verwenden.
Anzeigen nach zwei Tagen bewerten und ständig ändern, bevor genügend Kontakte vorliegen.
Formular-Kontakte erst nach Tagen zurückrufen oder gar nicht erfassen.
Erfolg an Kosten pro Formular messen statt an Terminen und Aufträgen.
Checkliste vor dem Start
Leistung und Zielkunden sind klar benannt, zum Beispiel Badsanierung für Eigentümer im Umkreis Ihres Betriebs.
Freie Kapazität für Termine und Ausführung ist vorhanden.
Kampagnenziel Leads ist gewählt, Sonderkategorien sind geprüft.
Mindestens zwei bis drei echte Videos oder Bildmotive liegen vor.
Kontaktweg ist entschieden: Sofortformular mit Auswahlfragen oder Landingpage.
Rückruf ist organisiert, mit Verantwortlichen und festen Zeiten.
Statuswerte bis zum Auftrag werden erfasst.
Budget ist aus Auftragsziel und eigenen Quoten abgeleitet.
Fazit
Facebook-Werbung ist für Handwerksbetriebe kein Ersatz für die Suche, sondern ein eigener Weg, Bedarf zu wecken. Sie funktioniert, wenn Ziel, Region, echte Aufnahmen, Kontaktweg und Rückruf zusammenpassen und wenn Sie den Erfolg an Aufträgen messen. Wie Inhouseads Meta-Kampagnen mit KI-gestützter Creative-Auswahl umsetzt, lesen Sie auf der Seite zu Meta Ads für Fachbetriebe; einen Überblick für Ihr Gewerk finden Sie unter Marketing für Handwerksbetriebe.
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Ja, wenn der Betrieb freie Kapazität für planbare Aufträge hat und Anfragen zeitnah bearbeiten kann. Entscheidend ist weniger die Betriebsgröße als ein klar umrissenes Angebot, ein festes Einzugsgebiet und jemand, der Rückrufe zuverlässig übernimmt.
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Meta bietet keine verlässliche Auswahl nach Eigentum. Hausbesitzer erreichen Sie vor allem über die Botschaft: Anzeigen, die konkret Eigentümer eines Hauses ansprechen, und eine Formularfrage zum Eigentum sortieren unpassende Kontakte früh aus.
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In der Regel werden beide Plattformen über denselben Werbeanzeigenmanager gesteuert. Prüfen Sie in der Auswertung, aus welcher Platzierung passende Anfragen kommen, und schränken Sie Platzierungen erst ein, wenn genügend bearbeitete Kontakte vorliegen.
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Erste Kontakte können nach wenigen Tagen eingehen. Ob die Kampagne wirtschaftlich ist, zeigt sich erst, wenn genügend Anfragen vollständig bearbeitet sind, also nach Rückruf, Termin und Angebot. Planen Sie dafür eher Wochen als Tage ein.
Inhouseads Redaktion
Die Redaktion schreibt aus der täglichen Arbeit an Kampagnen, Landingpages, Recruiting und Content für Photovoltaik-, Wärmepumpen- und Handwerksbetriebe in Deutschland. Jeder Artikel wird von den Spezialisten des jeweiligen Bausteins fachlich geprüft.


