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Photovoltaik
Inhouseads Redaktion
Aktualisiert am
17. Oktober 2026
·
ca. 8 Min.
Lesezeit

✦ KURZANTWORT
Wer PV-Leads einkaufen oder eigene Kampagnen planen will, bekommt sehr unterschiedliche Preise genannt – je nach Modell, Vergabe und Qualifizierung. Dieser Ratgeber ordnet die öffentlich einsehbaren Anbieterangaben ein (Stand Oktober 2026), erklärt, warum der Preis pro Lead allein wenig aussagt, und zeigt, wie Sie Ihre Kosten pro Auftrag berechnen.
Zur Einordnung: Inhouseads betreut selbst Kampagnen und telefonische Vorqualifizierung für Photovoltaik-Betriebe, verkauft aber keine Leads. Die Preise in diesem Ratgeber stammen aus öffentlich einsehbaren Angaben von Lead-Anbietern und Agenturen, die wir am 17. Oktober 2026 geprüft haben. Es sind Eigenangaben mit Verkaufsinteresse, keine unabhängige Marktstatistik. Eine amtliche Preisübersicht für PV-Leads gibt es nach unserer Recherche nicht.
PV-Lead-Preise 2026: die öffentlich genannten Spannen
Hinter dem Wort „Lead“ stecken sehr unterschiedliche Produkte: ein Datensatz, der an mehrere Solarteure geht, ein exklusiver Kontakt, eine Anfrage aus Ihrer eigenen Werbung oder ein bereits vereinbarter Termin. Die Tabelle ordnet die geprüften Angaben nach Modell. Einen Vergleich einzelner Anbieter finden Sie im Beitrag PV-Lead-Anbieter im Vergleich.
Modell | Typische Abrechnung | Öffentlich genannte Spanne | Quelle (Stand Okt. 2026) |
|---|---|---|---|
Portal-Lead, geteilt | Festpreis pro Lead, Weitergabe an mehrere Betriebe | meist 50–70 € bei 3–5 Betrieben, 25–30 € bei bis zu 8 Weitergaben; „oft 75 €“; 55 € bei max. 3 Partnern; Aroundhome: max. 3 Fachpartner, Preis nicht öffentlich | leadfluss.de (Marktschätzung im Blog), smart11.de, leospardo.de, aroundhome.de |
Exklusiver Lead (gekauft) | Festpreis pro Lead oder Leadpaket, kein Weiterverkauf laut Anbieter | ab 49–65 €; meist 100–150 € oder mehr | leadfy.ai, leadfluss.de (Marktschätzung im Blog) |
Eigene Kampagne (Kosten pro Kontakt) | Werbebudget an Google oder Meta, dazu Betreuung und Landingpage | 35–125 € je nach Region und Angebot; in Kundenstimmen 26 € bis etwa 50 € | smart11.de, anfragenfluss.de |
Vorqualifizierte Anfrage oder Termin | Preis pro Termin oder pro geprüfter Anfrage | Termine ab 149 € (Eigenangabe von Leadfy); PV-spezifische Preise pro qualifizierter Anfrage: öffentlich kaum Angaben | leadfy.ai |
Inserate (Kleinanzeigen, Auftragsbörsen) | Paketpreis, oft mit Vorauszahlung | Kleinanzeigen: keine Angebote mit Preis gefunden; Inserat von 2024: 5 € pro Lead ab 50 Stück | kleinanzeigen.de, auftragsbank.de |
Die Quellen im Detail
Geteilte Portal-Kontakte: Laut Leadfluss (Beitrag vom 16. November 2025) liegt der gängige Preis für PV-Leads bei 25 bis 150 Euro, die meisten kosten 50 bis 70 Euro und gehen an drei bis fünf Fachbetriebe. Leads, die bis zu achtmal weitergegeben werden, kosten demnach eher 25 bis 30 Euro. Anfragenfluss nennt für Portal-Leads ebenfalls 25 bis 150 Euro pro Datensatz. SMART11 spricht von „oft 75 €“ für eine mehrfach verkaufte Portal-Anfrage. Leospardo verlangt 55 Euro pro telefonisch verifiziertem Lead, der an höchstens drei Partner geht, ohne Grundgebühr und monatlich kündbar. Aroundhome beschreibt einen Festpreis pro qualifizierter Anfrage für höchstens drei Fachpartner; der Preis wird erst im Vertragsprozess sichtbar.
Exklusive Leads: Leadfy weist exklusive Solar-Leads ohne Mehrfachverkauf ab 65 Euro aus, regionale Abweichungen vorbehalten. Leadfluss beziffert exklusive Anfragen meist mit 100 bis 150 Euro oder mehr und nennt als Beispiel für ein Leadpaket 89 Euro pro Lead, die vorab für eine bestimmte Menge gezahlt werden.
Eigene Kampagnen: SMART11 nennt für Solarbetriebe 35 bis 125 Euro pro exklusiver, vorqualifizierter Anfrage aus eigenen Kampagnen, je nach Region und Angebot. Auf der Kundenstimmen-Seite von Anfragenfluss werden PV-Betrieben Leadpreise zwischen 26 Euro und etwa 50 Euro zugeschrieben. Es handelt sich um ausgewählte Einzelfälle des Anbieters, nicht um Durchschnittswerte.
Termine: Leadfy nennt in einem Anbietervergleich qualifizierte Termine ab 149 Euro (Eigenangabe in einem selbst erstellten Vergleich). Für telefonisch qualifizierte PV-Anfragen haben wir sonst öffentlich kaum Preisangaben gefunden.
Inserate: Auf Kleinanzeigen ergab die Suche „pv leads“ am 17. Oktober 2026 nur Stellenanzeigen, keine Lead-Angebote mit Preis. Ein Inserat auf auftragsbank.de vom 29. November 2024 bietet „exklusive“ PV- und Wärmepumpen-Leads für 5 Euro pro Stück, bei 50 Stück Mindestabnahme und vollständiger Vorauszahlung. Das liegt weit unter allen übrigen Angaben; Herkunft, Alter und Einwilligung bleiben offen.
Warum der Lead-Preis allein in die Irre führt
Ein PV-Lead ist der Anfang eines Vertriebsprozesses, nicht dessen Ergebnis. Wer einen geteilten Kontakt kauft, konkurriert vom ersten Anruf an mit anderen Betrieben, die dieselben Daten haben. Der Interessent erwartet mehrere Angebote und vergleicht vor allem den Preis pro Kilowattpeak. Ein exklusiver Kontakt nimmt diesen Druck heraus, garantiert aber noch keine Passung: Dach, Eigentum, Budget und Zeitraum können trotzdem nicht stimmen.
Dazu kommt Arbeit, die in keinem Lead-Preis steht: Anrufversuche, Dachprüfung per Satellitenbild oder vor Ort, Auslegung, Angebot und Nachfassen. Ein Kontakt für 30 Euro, der drei Stunden Vertriebszeit ohne Auftrag bindet, ist teurer als er aussieht. Ausführlicher wägt der Beitrag PV-Leads kaufen oder selbst generieren? beide Wege ab.
Rechenweg: vom Kontakt über das Gespräch zum Auftrag
Für einen fairen Vergleich brauchen Sie drei Kennzahlen, die Sie für jede Quelle im gleichen Zeitraum ermitteln. Als qualifiziertes Gespräch zählt ein erreichter Kontakt, der Ihre vorher festgelegten Kriterien erfüllt; wie Sie diese Kriterien definieren, erklärt der Beitrag Was ist eine qualifizierte Anfrage?.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten
Alle Werte sind frei gewählte, runde Annahmen für eine einzelne Quelle über einen Monat. Sie sind keine Marktpreise und keine Ergebnisse von Inhouseads.
Schritt | Formel | Beispielwert |
|---|---|---|
Gesamtkosten | Leadkosten oder Werbebudget plus Betreuung | 2.400 € |
Kontakte | gezählt | 48 |
Kosten pro Kontakt | 2.400 € ÷ 48 | 50 € |
Qualifizierte Gespräche | gezählt (hier 40 % der Kontakte) | 20 |
Kosten pro qualifiziertem Gespräch | 2.400 € ÷ 20 | 120 € |
Vor-Ort- oder Videotermine | gezählt | 12 |
Kosten pro Termin | 2.400 € ÷ 12 | 200 € |
Aufträge | gezählt (hier 25 % der Termine) | 3 |
Kosten pro Auftrag | 2.400 € ÷ 3 | 800 € |
Tragen Sie Ihre eigenen Werte ein und rechnen Sie jede Quelle getrennt. Wichtig: Abschlüsse kommen bei PV oft erst Wochen nach der Anfrage. Ordnen Sie sie deshalb der Quelle und dem Monat zu, in dem die Anfrage einging.
Projektarten getrennt auswerten
Eine Kampagne kann Neuanlagen, Speicher-Nachrüstungen und Anfragen aus Gewerbebetrieben mischen. Angenommen, von den 48 Kontakten betreffen 30 eine Neuanlage mit Speicher und 18 eine reine Speicher-Nachrüstung. Wenn die drei Aufträge alle Neuanlagen sind, sieht die Gesamtrechnung ordentlich aus, obwohl die Nachrüstungen nur Beratungszeit gekostet haben. Erst die getrennte Auswertung zeigt, ob Sie Angebot oder Zielgruppe anpassen sollten.
Die eigene Obergrenze pro Lead
Der höchste sinnvolle Lead-Preis ergibt sich aus den maximalen Akquisekosten pro Auftrag multipliziert mit der Quote vom Kontakt zum Auftrag. Beispiel mit angenommenen Werten: Darf ein Auftrag 600 Euro Akquisekosten tragen und werden 6 Prozent der Kontakte zu Aufträgen, liegt die Grenze bei 36 Euro pro Lead. Bei 10 Prozent sind es 60 Euro.
Beziehen Sie auch die interne Zeit ein. Angenommen, jeder der zwölf Termine aus dem Beispiel bindet inklusive Fahrt, Auslegung und Angebot drei Stunden zu je 60 Euro: Dann kommen 2.160 Euro hinzu, und die Kosten pro Auftrag steigen von 800 auf 1.520 Euro. Wer unpassende Termine durch eine Vorqualifizierung vermeidet, ohne Aufträge zu verlieren, spart vor allem diese Zeit.
Was den Preis von PV-Leads treibt
Region: In Gebieten mit vielen Solarbetrieben steigen Klickpreise und Portalpreise. Ein enges Einzugsgebiet begrenzt außerdem die Menge.
Saison und Marktlage: Das Interesse schwankt im Jahresverlauf und mit Debatten über Strompreise, Einspeisevergütung oder Förderung. Steigt die Aufmerksamkeit, werben auch mehr Wettbewerber.
Exklusivität: Die Zahl der Weitergaben ist ein zentraler Preistreiber, wie die Leadfluss-Angaben zu acht Weitergaben zeigen. Klären Sie, ob „exklusiv“ nur den Weiterverkauf ausschließt oder auch einen Gebietsschutz umfasst.
Qualifizierung: Telefonisch geprüfte Kontakte kosten mehr als reine Formulardaten, sparen aber Vertriebszeit.
Speicher: Anfragen für eine Anlage mit Speicher haben meist einen höheren Auftragswert. Reine Nachrüstungen sprechen Besitzer bestehender Anlagen an und brauchen eine eigene Ansprache und Auswertung.
Gewerbe: Gewerbedächer, Carports oder Hallen sind seltener, haben mehrere Entscheider und längere Abstimmungen. Rechnen Sie hier mit höheren Kosten pro Kontakt und längeren Wegen bis zum Auftrag.
Weitere Projektarten: Wallbox, Wärmepumpen-Kombination oder Balkonkraftwerk ziehen unterschiedliche Interessenten an. Legen Sie vorher fest, welche davon Sie überhaupt bedienen.
Angebot und Landingpage: Eine klare Seite mit passenden Formularfragen senkt den Anteil unpassender Kontakte. Hinweise dazu enthält der Beitrag Landingpage für Photovoltaik.
Checkliste: Angebote für PV-Leads prüfen
Diese Fragen sollten vor dem ersten Lead schriftlich beantwortet sein:
Was ist die abgerechnete Einheit: Datensatz, geprüfter Kontakt, Termin oder Leadpaket?
An wie viele Betriebe geht derselbe Kontakt, und gilt ein Gebietsschutz?
Welche Projektarten sind enthalten, und lassen sich Speicher-Nachrüstungen, Gewerbe oder Balkonkraftwerke ausschließen?
Welche Angaben liegen bei Übergabe vor, etwa Dachart, Eigentum, Verbrauch und Zeitraum?
Wie alt ist der Lead bei Übergabe?
Gibt es einen Nachweis zur Einwilligung in die Kontaktaufnahme?
Wie funktionieren Reklamationen bei falschen Daten, Dubletten oder Nichterreichbarkeit?
Sind Vorauszahlung, Mindestabnahme, Laufzeit oder Einrichtungskosten vorgesehen?
Wem gehören Werbekonto, Kontaktdaten und Anzeigenmotive?
Erhalten Sie eine Auswertung bis zum Auftrag oder nur Leadzahlen?
Eigene Kampagnen statt gekaufter Leads
Eigene Kampagnen drehen das Modell um: Die Anfrage entsteht über Ihre Anzeigen und Ihre Landingpage, unter Ihrem Namen und ohne Weiterverkauf an andere Betriebe. Sie bestimmen Einzugsgebiet, Projektarten und Formularfragen. Im Gegenzug tragen Sie das Werbebudget unabhängig vom Ergebnis, brauchen eine Anlaufphase und eine schnelle Nachbearbeitung. Die Kosten pro Kontakt sind nicht fix, sondern hängen von Region, Saison und Angebot ab.
Damit aus Kontakten Gespräche werden, braucht es einen klaren Ablauf nach dem Formular: zeitnaher Rückruf, Prüfung anhand fester Kriterien und Übergabe an den Vertrieb. Inhouseads verbindet dafür Google Ads, Meta Ads, Landingpages und telefonische Vorqualifizierung für Solarbetriebe. Einen Überblick gibt die Seite Photovoltaik-Marketing von Inhouseads. Wer zunächst beide Wege testen will, sollte Herkunft und Ergebnisse je Quelle getrennt erfassen und dieselben Kriterien verwenden.
Fazit
Öffentlich genannte Preise für PV-Leads reichen von wenigen Euro für fragwürdige Datenpakete bis zu 150 Euro und mehr für exklusive Kontakte; qualifizierte Termine beginnen bei einem Anbieter ab 149 Euro. Ob ein Preis gut ist, zeigt erst Ihre eigene Rechnung bis zum Auftrag, getrennt nach Projektart und inklusive Vertriebszeit. Prüfen Sie jedes Angebot anhand der Checkliste. Wenn Sie eine eigene Anfragequelle aufbauen möchten, finden Sie auf der Seite Photovoltaik-Marketing mehr dazu. Die Zahlen für Heizungsbetriebe stehen im Ratgeber Was kostet ein Wärmepumpen-Lead?.
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Der Anbieter verteilt die Kosten der Anfrage auf mehrere Käufer. Für Sie bedeutet das einen niedrigeren Stückpreis, aber Wettbewerb ab dem ersten Anruf. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie schnell Ihr Team zurückruft und wie gut Sie im Preisvergleich bestehen.
+
Ja. Nachrüstungen haben andere Auftragswerte, andere Beratungsfragen und oft andere Abschlussquoten. Werten Sie sie getrennt aus und legen Sie für beide eine eigene Obergrenze pro Kontakt fest. Sonst kann eine gemischte Durchschnittszahl gute und schlechte Projektarten verdecken.
+
Klären Sie, was passiert, wenn die vereinbarte Menge nicht erreicht wird, ob unbrauchbare Kontakte ersetzt werden und wie lange die Lieferung dauern darf. Starten Sie mit einer kleinen Menge und zahlen Sie keine großen Pakete, bevor Sie die Qualität geprüft haben.
+
Wenn beide Quellen im gleichen Zeitraum genügend Kontakte und Termine geliefert haben und die Abschlüsse aus diesem Zeitraum vorliegen. Bei PV kann das mehrere Wochen dauern. Vergleichen Sie nur mit identischen Kriterien und vollständigen Kosten.
Inhouseads Redaktion
Die Redaktion schreibt aus der täglichen Arbeit an Kampagnen, Landingpages, Recruiting und Content für Photovoltaik-, Wärmepumpen- und Handwerksbetriebe in Deutschland. Jeder Artikel wird von den Spezialisten des jeweiligen Bausteins fachlich geprüft.


